IPC beim malignen Pleuraerguss:

Neue S3-Leitlinie stärkt den Stellenwert des IPC

26 S3 Leitlinie Titelbild 2

Die aktualisierte S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, Version 5.1, stärkt den Stellenwert des dauerhaft liegenden, getunnelten Pleurakatheters – auch Indwelling Pleural Catheter oder IPC genannt – beim rezidivierenden symptomatischen malignen Pleuraerguss.

Die Wahl des Therapieverfahrens soll individuell erfolgen. Neben Patientenwunsch, Allgemeinzustand und Lebenserwartung berücksichtigt die Leitlinie insbesondere die Ausdehnungsfähigkeit der Lunge sowie eine geplante zeitnahe Systemtherapie.

Darüber hinaus greift die Leitlinie die Evidenz zur täglichen Drainage auf und unterstreicht die Bedeutung der selbständigen Drainage in der häuslichen Versorgung.

Der IPC ist damit ein fester Bestandteil der leitliniengerechten Behandlung bei Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierendem, symptomatischem malignem Pleuraerguss.

Sie möchten den IPC in Ihrer Klinik einsetzen oder bestehende Abläufe optimieren? Wir unterstützen Sie bei Implantation, Entlassmanagement und ambulanter Nachversorgung.

Der IPC in der neuen S3-Leitlinie: die Kernaussagen

Icon Chemo dunkelblau

1. IPC bei Systemtherapie

Bei zeitnaher Systemtherapie sollte ein IPC unabhängig von der Ausdehnungsfähigkeit der Lunge erwogen werden.

Icon Lunge dunkelblau

2. IPC bei Trapped Lung

Bei fehlender Ausdehnungsfähigkeit der Lunge sollte ein IPC eingesetzt werden.

Icon Heim dunkelblau

3. Kürzere Hospitalisierung

Der IPC ermöglicht die selbständige Drainage und reduziert Krankenhausaufenthalte & weitere pleurale Eingriffe.

Icon Kalender dunkelblau

4. Tägliche Drainage

Die tägliche Drainage erhöht nachweislich die Rate an Spontanpleurodesen.


1. IPC bei zeitnaher Systemtherapie

Bei geplanter zeitnaher Chemo- oder Immuntherapie sollte ein IPC unabhängig von der Ausdehnungsfähigkeit der Lunge erwogen werden. Die Leitlinie berücksichtigt dabei mögliche Nebenwirkungen oder Verzögerungen einer Talkumpleurodese.


2. Nicht expandierbare Lunge (trapped lung)

Bei rezidivierendem symptomatischem malignem Pleuraerguss und fehlender Ausdehnungsfähigkeit der Lunge – Trapped Lung – sollte die Implantation eines dauerhaft liegenden, getunnelten Pleurakatheters erfolgen.


3. Selbständige Drainage und kürzere Hospitalisierung

Die Leitlinie greift zwei randomisierte Studien auf, die den IPC mit der Talkumpleurodese beim malignen Pleuraerguss vergleichen.

Der IPC ermöglicht eine wiederholte, selbständige Drainage des malignen Pleuraergusses sowohl in der Klinik als auch in der häuslichen Versorgung.
IPC und Talkumpleurodese lindern die Beschwerden vergleichbar. Studien zeigen jedoch, dass der IPC mit kürzeren Krankenhausaufenthalten und weniger weiteren invasiven pleuralen Eingriffen verbunden ist. Damit unterstützt er eine frühzeitige ambulante Versorgung und kann stationäre Behandlungstage reduzieren.

TIME2-Studie

Auch die AMPLE-2-Studie zeigte bei täglicher Drainage gegenüber einer symptomorientierten Drainage häufiger eine Spontanpleurodese:

37,2 % gegenüber 11,4 % nach 60 Tagen.

In der Studie war zudem die Lebensqualität in der Gruppe mit täglicher Drainage höher. Bei Hospitalisierungsdauer, Letalität und Komplikationsrate zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Relevante Literatur 4

TIME2-Studie

Die TIME2-Studie verglich den IPC mit einer Thoraxdrainage und Talkumpleurodese. Beide Verfahren linderten die Dyspnoe in den ersten 42 Tagen vergleichbar.

IPC: 3,5 Tage weniger initiale Hospitalisierung.

Außerdem benötigten weniger Patienten einen weiteren pleuralen Eingriff: 6 % in der IPC-Gruppe gegenüber 22 % in der Gruppe mit Talkumpleurodese.

Relevante Literatur 3

AMPLE-2-Studie

Auch die AMPLE-Studie verglich den IPC mit der Talkumpleurodese. Patienten mit IPC verbrachten im weiteren Krankheitsverlauf weniger Tage im Krankenhaus.

IPC: 2 Tage weniger im Krankenhaus 

Damit war die Gesamthospitalisierung beim IPC signifikant kürzer. Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied bei den ergussbedingten Krankenhausaufenthalten. Hier lag die Rate bei einem Tag mit IPC gegenüber 4 Tagen mit Talkumpleurodese. Auch weitere invasive pleurale Drainagen waren beim IPC seltener erforderlich:
4,1 % der Patienten mit IPC benötigten einen erneuten Eingriff, gegenüber 22,5 % nach Talkumpleurodese.


4. Tägliche Drainage fördert die Spontanpleurodese

Die neue Leitlinie greift zwei randomisierte Studien auf, die unterschiedliche Drainageintervalle nach Implantation eines IPC untersuchten.

Relevante Literatur 1

ASAP-Studie

In der ASAP-Studie wurde bei täglicher Drainage signifikant häufiger eine Spontanpleurodese erreicht als bei einer Drainage jeden zweiten Tag:

47 % bei täglicher Drainage gegenüber 24 % bei Drainage jeden zweiten Tag.

AMPLE-2-Studie

Auch die AMPLE-2-Studie zeigte bei täglicher Drainage gegenüber einer symptomorientierten Drainage häufiger eine Spontanpleurodese:

37,2 % gegenüber 11,4 % nach 60 Tagen.

In der Studie war zudem die Lebensqualität in der Gruppe mit täglicher Drainage höher. Bei Hospitalisierungsdauer, Letalität und Komplikationsrate zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

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Bedeutung für den Versorgungsplan / Entlassmanagement

Wird eine Spontanpleurodese angestrebt, sollte die tägliche Drainage von Beginn an im Behandlungskonzept und im Entlassmanagement berücksichtigt werden. Das benötigte Drainagematerial und die Drainagefrequenz können bereits in der Entlassverordnung entsprechend dokumentiert und verordnet werden.

Entlassverordnung herunterladen

IPC-Lösungen für unterschiedliche Anforderungen

ewimed bietet verschiedene dauerhaft liegende, getunnelte Katheter zur Drainage von Pleuraergüssen. So kann das System passend zur klinischen Situation und zum vorgesehenen Versorgungspfad ausgewählt werden.

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Während PleurX™ für die Drainage von Pleuraerguss eingesetzt wird, ist PeritX™ speziell für die Drainage von Aszites vorgesehen. Beide ermöglichen eine einfache Handhabung und unterstützen die selbstständige Versorgung zu Hause.

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Quellen und weiterführende Informationen

  • Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, Langversion 5.1, Juli 2026, AWMF-Registernummer 020-007OL. Onlineversion öffnen | PDF öffnen
  • Wahidi MM et al. Randomized Trial of Pleural Fluid Drainage Frequency in Patients with Malignant Pleural Effusions. The ASAP Trial. Am J Respir Crit Care Med. 2017;195(8):1050–1057.
  • Muruganandan S et al. Aggressive versus symptom-guided drainage of malignant pleural effusion via indwelling pleural catheters (AMPLE-2): an open-label randomised trial. Lancet Respir Med. 2018;6(9):671–680.
  • Onkologische S3-Leitlinien als App